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Die AGV! Rugia zu Salzburg ist im Kartell mit der Conservative-Semestral-Verbindung Germania Ried!

1960 am 50. Stifungsfest der cSV! Germania Ried schlossen wir einen Kartellvertrag der bis heute besteht.

Die Geschichter der cSV! Germania Ried

Wappen der csV! Germania Ried Man schrieb das Jahr 1910. Die studentischen Korporationen an den österreichischen Universitäten und Hochschulen hatten ihre Blütezeit. Burschenschaftliches Gedankengut strahlte in die österreichischen Gymnasien und Mittelschulen hinein. Das wird wohl der Grund gewesen sein, dass sich auch am Rieder Gymnasium deutsch-national gesinnte Studenten zusammenfanden, um eine nationale Verbindung zu gründen. Ein erster vergeblicher Anlauf war nach der Jahrhundertwende die Gründung einer Verbindung "HEIMDAL", die aber wieder einging. Von ihr wissen wir nur mehr den Namen und die Farben Grün-Rot-Gold. Eigentlich war laut ministeriellem Erlaß von 1873 den Studenten der Gymnasien der Zusammenschluß in Verbindungen untersagt. Im Falle eines Auffliegens drohte der Ausschluß aus dem Gymnasium. Es ist daher verständlich, dass über die Gründung und die folgende Zeit bis zur Sistierung 1915 keine Aufzeichnungen vorhanden sind. Unser Wissen gründet auf mündlicher Überlieferung. Demnach ist unsere „GERMANIA" am 12. März 1910 von den Studenten Erlach, Höplinger, Kaiser, Krieger, Perschinka, Peterle, Strobl, Wagenbichler, Wikoletz und Wimmer gegründet worden. Sie gaben dem jungen Bund den Namen „alldeutsch-conservative-Semestral-Verbindung (acSVb) GERMANIA" zu Ried. Als Farben wurden gewählt: „Schwarz-Rot-Gold auf grünem Grunde mit weißem Vorstoß." Mützen hellgrün, kleines weiches Format. Fuchsenfarben Schwarz-Rot. Man gab sich den Wahlspruch "Ehre-Freiheit-Vaterland", zum Leitspruch wurde „Viel Feind, viel Ehr!" gewählt. Gründungssprecher war Bundesbruder Franz Wagenbichler. Wohl aus Tarnungsgründen gaben sich die Bundesbrüder eigene Kneipnamen, die zumeist den germanischen Heldensagen entnommen wurden. Die wahren Namen sollten nirgends aufscheinen.

Die Gründungskneipe fand im Gasthaus „Zur Schweiz" statt. Die Gründung und das nachfolgende Verbindungsleben mußte streng geheim gehalten werden. Es ist uns aber ein reger Couleurbetrieb überliefert. Die Kneipen wurden in den umliegenden Landgasthäusern (St.Thomas, Bankharn usw.) abgehalten, wo man sich vor einer Entdeckung durch die Professoren sicher wähnte. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 setzte dem Verbindungsleben bald ein Ende. Nachdem 1915 die letzten aktiven Burschen einrückten, mußte der letzte Sprecher Max Bauböck, der nachmalige Hofrat und Direktor des Rieder Gymnasiums und sehr verdienstvolle Heimatforscher, den Aktivbetrieb sistieren. Im ersten Weltkrieg fanden drei Bundesbrüder den Heldentod.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Verbindungsleben 1919 wieder aufgenommen. In der jungen Republik Österreich waren nun auch an Gymnasien und Mittelschulen studentische Verbindungen zugelassen. Die ersten Aktiven waren: Fürst, Geiginger, Gersdorf, Gaisberger, Langmaier, Sutter, Ullmann und Zahn. Erster Sprecher war Hermann Schramm. Bereits 1920 wurde das 10. Stiftungsfest feierlich begangen. Die erste Bude war im Gasthaus „Zur Schweiz", später kam sie in das „Deutsche Haus". Dort war auch der Fechtboden. Viele Kneipen wurden im Gasthaus „Zum wilden Mann" (jetzige Bezirkshauptmannschaft) abgehalten.

In den folgenden Jahren blühte und gedieh das Couleurleben, und wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns 1933 der Auflösungsbescheid der Sicherheitsdirektion für Oberösterreich. Wie konnten das geschehen? Am 2. April 1933 kam es durch Mißverständnisse zwischen den Nationalratspräsidenten zur Selbstauflösung des Parlaments. Der damalige Bundeskanzler Dr. Dollfuß nützte geschickt die Situation und riß die Macht an sich. Unter Ausschaltung der anderen demokratisch gewählten Parlamentsparteien bildete er eine Alleinregierung aus Christlichsozialen und Heimwehr. Der „Ständestaat" begann, indem politische Gegner unter Mißachtung demokratischer Regeln ausgeschaltet wurden. Zum zweiten Male mußte die „GERMANIA" in den Untergrund.

Dem Verbote zum Trotz bestanden wir weiter. Wir hatten damals im Gasthof "Kellerbräu" eine eigene Bude. Klopfenden Herzens erspähten wir manchmal aus ihren Fenstern vorübergehende Professoren. Aber aufgeflogen sind wir nie. Vielleicht gingen sie auch nur zufällig vorbei, doch wir hatten damals Grund zur Annahme, daß sie vom Direktor des Gymnasiums ausgeschickt waren, um uns auszuspähen.

Gefochten wurde auf dem Dachboden des "Kögelhauses". 1935 und 1936 versuchten wir unter Vorlage neuer Satzungen, die behördliche Genehmigung zur Wiedergründung zu erlangen. Wir wurden aber jedesmal abgelehnt. 1936 wagten wir sogar eine Ferialkneipe in Mauerkirchen im Gasthof „Kainz", einem Onkel unseres Bundesbruders Kurt Sailer.

Das Jahr 1938 brachte den Anschluß an das Großdeutsche Reich, aber auch das Ende für die „GERMANIA": Nicht ganz freiwillig und wehen Herzens lösten sich im Juni 1938 die nationalen Korporationen Österreichs in einer Kundgebung im Wiener Konzerthaussaal selber auf. 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, der 1945 so bitter endete. Die wehrfähigen Bundesbrüder rückten zumeist freiwillig ein und leisteten in allen vier Wehrmachtsteilen ihren Wehrdienst. Zwei Bundesbrüder (Dr. Toni Berger und Heini May) wurden mit dem deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Groß war der Blutzoll, der von der „GERMANIA" gefordert wurde. 16 Bundesbrüder starben den Heldentod.

Die ersten Nachkriegsjahre brachten für viele Bundesbrüder Unbill und Verfolgung. Viele wurden aus ihren Ämtern gejagt, viele interniert und insgesamt fast alle verfolgt und verfemt. Man hatte die Diktatur beseitigt, doch zur Demokratie war es noch weit hin. Aber die in Ried verbliebenen „Germanen" fanden bald wieder zusammen. Unser Gründungsbursch Perschinka begründete einen Germanenstammtisch, der wöchentlich einmal im Gasthaus "Höcker" in Neuhofen tagte und bald regen Zuspruch fand.

1956 nach Abzug der Besatzungsmacht machten wir den ersten Versuch, für eine Wiederbegründung der „GERMANIA" eine behördliche Genehmigung zu erreichen. Dieser erste Anlauf wurde abgelehnt. 1958, nach einem zweiten Anlauf, genehmigte die Sicherheitsdirektion die neuen Satzungen. Nunmehr nennen wir uns "Conservative-Semestral-Verbindung“ cSV! GERMANIA" zu Ried. Mit 12 Aktiven begannen wir im Herbst 1958 das 96. Farbensemester.

1960 feierten wir unser bisher größtes Stiftungsfest zur Feier des 50. Gründungstages. Damals schlossen wir auch ein Kartell mit der AGV! Rugia zu Salzburg, das bis heute weiter besteht. 1964 traf uns ein großes Mißgeschick. Durch Besitzwechsel der Eigentümer verloren wir unsere mit großen Mitteln und Opfern eingerichtete Bude, worunter der Aktivbetrieb sehr litt. Erst 1974 gelang es uns wieder zu einer eigenen Bude zu kommen. Diesmal erfreulicher Weise nicht mehr in einem Gasthaus. Der Aktivbetrieb wurde wieder aufgenommen und seither läuft das Couleurleben seinen gewohnten Gang. Wir legen besonderen Wert auf das Fechten. Mehrere Mensurtage, an denen wir unsere Kräfte mit vielen anderen Korporationen messen konnten, brachten für uns positive Ergebnisse. Weiters pflegen wir das studentische Brauchtum mit einer Fülle von sichtbaren Symbolen und symbolischen Handlungen, wobei wir uns bemühen, daß diese im Bewußtsein ihres Sinngehaltes ausgeübt werden.

Die jüngere Geschichte unserer Germania
Nach aktivenlosen Jahren zwischen 1964-1972 fanden sich wieder ein paar junge Burschen zusammen, die die Germania reaktivieren wollten. Dies waren Arno Mösenbacher, Elmar Podgorschek, Walter Regl, Johann Rachbauer und Gerald Lindinger. Die Reaktivierungskneipe fand im Gasthaus „Kellerbräu" im Herbst 1973 statt; dabei wurden diese Jungen als Reaktivierungsfuxen in den äußeren Verband der Germania aufgenommen. Reaktivierungsbursch wurde der junge Student Erich Enichlmayr, damals Fux der akademischen Burschenschaft Brixia zu Innsbruck. Als Fuxmajor stellte sich ein damals junger AH der MSV! Arminia zu Gmunden und akad. B! Albia zu Wien, Mag. Erich Kaniak, der zu diesem Zeitpunkt in der neuen Stadtapotheke arbeitete, zur Verfügung. Ihm folgte nach einem Jahr der Mittelschulprofessor Mag. Kuno Kriso. Beide Herren verstanden es hervorragend, die Aktivitas zu begeistern und legten damit den Grundstock für das Wiederentstehen unserer Germania.

1974 bekamen wir eine eigene Bude im 1. Stock des Hauses Schärdinger Tor 5a, das der „Stiftung Freiheitliches Heim" gehört. Den Paukbetrieb nahmen wir anfangs in Räumen der Jahnturnhalle, unter der Leitung von zwei jungen Aktiven der pennalen Burschenschaft Scardonia zu Schärding, Martin Rockenschaub und Ernst Zauner, auf. Ein Semester lang fuhren diese beiden jede Woche nach Ried, um uns das Fechten beizubringen. AH Graf übernahm später das Amt des Paukwartes und wir fochten in verschiedensten uns zur Verfü­gung gestellten Räumlichkeiten, u. a. im ehemaligen Lager der Firma Gittmaier in der Griesgasse oder im Keller der Firma Farben Reiter in der Bahnhofstraße.

Es entwickelte sich rasch ein florierender Aktivbe­trieb mit vielen Veranstaltungen. Mensuren fochten wir Ende der 70iger Jahre vor allem mit unserer Kartellverbindung der AGV! Rugia zu Salzburg und der pB! Scardonia zu Schärding. Im Laufe der Zeit stießen weitere Mittelschüler zu unse­rer Germania, u.a. Max Zechmeister, Wolfgang Kitz­müller und Christian Nimeth, die heute noch wesent­liche Stützen unseres Bundes sind. Viele damalige Bundesbrüder haben leider mittlerweile unseren Bund wieder verlassen, da es, bedingt durch den Generationswechsel, nur wenige kompetente Ansprechpartner bei der Altherrenschaft gab, die sich um die Jugend kümmerten. Manche sahen des­halb keine Zukunft mehr in der Germania.

Ein Höhepunkt war die jährliche Fahrt zu unserem Bundesbruder AH Irmfried Obermair nach Rauris. Diese Schitage in der Karwoche blieben Generatio­nen von Germanen ein unvergessliches Erlebnis. Lei­der musste nach 25 Jahren diese Tradition aufgege­ben werden, da der Pachtvertrag für die Schihütte nicht mehr verlängert wurde. Dennoch ist es nach wie vor Tradition, dass unsere Aktiven in der Karwo­che die Ferien auf einer Schihütte verbringen. Diese Tage tragen wesentlich zum Zusammenhalt unserer Verbindung bei.

Ein tragisches Schicksal ereilte die Aktivitas 1975 mit dem Unfalltod unseres jungen Fuxen Siegfried Scho­ber.

Nach der Matura von einigen Bundesbrüdern in den Jahren 1976 und 1977 konnten die verbleibenden Aktiven den Betrieb nicht mehr erfolgreich fort­führen und es musste in Folge der Aktivbetrieb ein­gestellt werden.

Aber bereits 1981 gelang es AH Dr. Kirchtag, gemeinsam mit dem aus Wien zurückgekehrten Inaktiven Elmar Podgorschek bei einer Sonnwend­feier im Wochenenddomizil unseres Ehrenburschen Toni Kirchtag, zwei Altherrensöhne für die Germania zu begeistern und spontan den Aktivbetrieb wieder aufzunehmen. Dies waren Christofer Nimeth und Heimo Nemec, denen 2 Tage später Klaus Sattel folg­te. Elmar Podgorschek ließ sich reaktivieren und übernahm für kurze Zeit die Chargen, AH Dr. Harald Nimeth erklärte sich dankenswerterweise bereit, das Amt des Fuxmajors zu übernehmen, dem dann Dr. Heinz Nemec, damals noch AH bei der MSV! Arminia zu Gmunden und der akad. S! Barden zu Wien folgte. Seit dieser Zeit hat unsere Germania einen kontinuierlichen Aktivbetrieb und konnte ihren Mitgliederstand entscheidend vergrößern, aber auch verjüngen, da die Vorkriegsgeneration leider immer kleiner wurde.

Die alte Bude ging mittlerweile verloren, da sie als Büroraum benutzt wurde. Wir konnten aber das Dachgeschoss im gleichen Haus übernehmen und bauten in den nächsten zwei Jahren diesen Raum mit viel Schweiß als unsere neue Bude aus. Sie diente über 15 Jahre unserer Aktivitas als Bleibe.

Als Paukboden dienten uns einige Jahre die Kell­erräume unseres Bundesbruders DI Hermann Pietsch direkt unter dem Kapuzinerkloster. Leider waren diese ehemaligen Eiskeller zu feucht, weshalb unse­re Klingen und das Paukzeug immer schnell rostig wurden.

Durch die Großzügigkeit unserer Gönnerin, Frau Evamaria Vogl, konnten wir dann in den Räumlich­keiten der Lohmühle den Paukbetrieb wieder auf­nehmen. Dort wurden, da unsere Bude viel zu klein war, neben zahlreichen Mensurtagen Stiftungsfeste und Krambambulikneipen abgehalten. Diese Feste bleiben vielen Germanen und deren Gästen in bester Erinnerung.

1985 organisierten wir das 75. Stiftungsfest, das gemeinsam mit einem Burschentag unseres Dach­verbandes ÖPR (Österreichischer Pennälerring) ver­anstaltet wurde. Es war ein grandioses Fest mit hunderten Teilnehmern. Der Höhepunkt war am Pfingstsamstag ein Schoppen am Rieder Hauptplatz, ein anschließender Festzug durch die Stadt mit über 50 Chargierten zum Friedhof zur Einweihung unseres Germanensteines und schließlich der Festkommers in der Jahnturnhal­le, mit den Festworten von dem Historiker Univer­sitätsprofessor Dr. Nikolaus Preradovic. Den Kom­mers leitete der junge Sprecher Harald Nemec bra­vourös.

Zu diesem Anlass gestalteten wir eine Festschrift, die heute noch vielen jungen Germanen als Schulungs­unterlage dient. Beiträge vom Bürgermeister, Lan­deshauptmann und dem damaligen Verteidigungs­minister und Kartellbruder Dr. Friedhelm Fri­schenschlager sorgten für ein hohes Niveau dieser Festschrift. Dem unermüdlichen Sammeln einiger Bundesbrüder, allen voran Franz Podgorschek, ver­danken wir die Finanzierung der Festschrift und dar­über hinaus konnten wir uns ein eigenes Banner lei­sten. Das neu geschaffene Wappen in dieser Fahne entwarf der Künstler und Waffenstudent Professor Martin Stachl. Er verursachte auch, dass sich der Tiroler Adler in unserem Wappen befindet, mit der Aus­sage es seien so viele Innbrucker Studenten, die sich für den Freiheitskampf der Südtiroler einsetzten, in unseren Reihen, sodass der Tiroler Adler durchaus berechtigt in unserem Wappen einen Platz haben sollte.

In den vergangenen 15 Jahren sind noch das 80. und 85. Stiftungfest, mit den Sprechern Harmes Nemec und Kurt Achatz, hervorzuheben, die wir beim „Schnallawirt" in Tumeltsham mit zahlreichen Gästen feierten. Viele Feste feierten wir auch in den letzten Jahren im "Hafnerkeller", der einen bestens geeigneten Rahmen für studentisches Brauchtum bildet.

In diesem Zeitraum wurden mehr als 100 Mensuren, von Vorarlberg über München bis Wien auf Germa­nenfarben gefochten, zahlreiche Stiftungsfeste, Bur­schentage, Seminare und Kommerse besucht und der Kontakt zu vielen Bünden unseres Dachverbandes geknüpft. Man kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass die Germania sich über Ried hinaus einen guten Ruf erworben hat.

Schließlich übernahm die Germania in den Jahren 1990 und 1991 die Führung im Landesdelegierten­convent, mit AH Podgorschek als Vorsitzenden und AH Ducho als Schriftwart. Diese Zeit war die bisheri­ge Hochblüte unserer Germania nach dem Il. Welt­krieg. Mit bis zu 15 Aktiven konnten wir bei vielen Veranstaltungen und Vorträgen aufwarten. Bedeu­tende Sprecher waren zu dieser Zeit Franz und Ferdinand Watschinger, Franz Pochendorfer, Gunter Asanger und Georg Seidenbusch, der mit 19 geschlagenen Mensuren den Germanenrekord hält. Dass aber die jungen Germanen den Aktivbetrieb erfolgreich abhalten konnten, verdankten sie zahlreichen Alten Herren, die sich immer wieder um unsere Jungen kümmerten.

Zu erwähnen sind der Langzeitaltherrenobmann Dr. Anton Kirchtag, der mit seiner Liebe und Großzügig­keit zur Germania heute noch unvergesslich ist und bis 1976 dieses Amt innehatte. Sein Nachfolger war der damals noch junge Rechtsanwalt Dr. Rudolf Wat­schinger, der dann dieses Amt wiederum an Dr. Heinz Nemec im Jahre 1981 übergab. Unter ihm erlebte die Germania einen weiteren Höhepunkt im Couleurleben, das seinen Höhepunkt im bereits erwähnten 75. Stif­tungsfest 1985 hatte. Nach dem tragischen Tod unseres Heinz Nemec 1988 fiel unsere Germania in tiefe Trau­er. Aber es ging auch ein „Wirrgefühl" durch unsere Reihen und alle wollten das Lebens­werk des beliebten Heinz fortsetzten. Den Altherrenobmann übernahm Elmar Podgorschek, sein Stellvertreter wurde Dr. Max Zechmeister und den Fuxmajor über­nahm Dr. Christian Nimeth. Diese 3 jungen Alten Herren leiteten dann über 9 Jahre bis 1997 den Betrieb der Germania. Seither leiteten AH Klaus Ducho AH Joachim Gaberscik und AH Georg Seidenbusch die Geschicke unserer Verbindung.

1995 drohte unserer Germania ein schwerer Rück­schlag, da unser Leumund schwer geschädigt wurde. Völlig aus der Luft gegriffen sind Germanen in einem tendenziellen Bericht des ORF des Mordes an Rai­mund Friedl verdächtigt worden, der zufällig 2 Tage vor unserem 85. Stiftungsfest vor unserem Haus von einem, wie die Gendarmerie nachher ermittelte, gei­stig gestörten jungen Mann erschossen wurde. Auf­geputscht durch die Österreichweite Stimmungslage während der Ermittlungen gegen den Briefbomben­terror wurde der Verdacht nun gegen uns gelenkt, weil sich zufällig der linke Journalist Purtscheller in Ried befand und gegen alles Nationale hetzte und behauptete, dieser Anschlag hätte ihm gegolten. Alle diese Anschuldigungen gingen in Schall und Rauch auf, dennoch sahen wir uns damals veranlasst, in der ganzen Stadt Ried einen Postwurf zu versenden, um die Unhaltbarkeit jeglicher Verdächtigungen zu dokumentieren.

Ab Beginn der 90iger Jahre wurde es einigen Alten Herren immer mehr bewusst, dass die vorhandene Bude auf Dauer zu klein für einen florierenden Aktivbetrieb ist. Es wurden in Folge Alternativen gesucht, aber leider nicht gefunden, da sie zu kost­spielig für uns waren.

Schließlich ergab es sich 1993, dass das Haus der Stif­tung "Freiheitliches Heim" leer wurde und wir einen langfristigen Mietvertrag mit der Stiftung über die Benutzung des Hauses abschließen konnten. Mit großzügiger Hilfe einiger Alter Herren und Förde­rungen durch das Land Oberösterreich konnten wir unser heutiges Schmuckstück sanieren und für den Aktivbetrieb adaptieren. Unsere Verbindung verdankt diesen „Gewaltakt" vielen Bundesbrüdern. Dennoch sind besonders die Alten Herren Dr. Max Zechmeister, Mag. Erich Kaniak, DI Hermann Pietsch, Dr. Rudolf Watschinger, Klaus und Harald Ducho, Elmar Podgorschek, Dr. Heinz Lumerding, Irmfried Obermair, Franz Seidenbusch, die sowohl durch finanziellen und persönlichen Arbeitseinsatz zum Gelingen dieses Umbaues beigetragen haben, hervorzuheben und es ist ihnen besonders zu danken.

Heute steht unserer Germania ein Haus zur Verfügung, das auf 3 Stockwerken benutzt werden kann. Alle Aktivitäten unserer Germania, vom studenti­schem Frohsinn mit Schlagen von Kneipen, dem Ver­anstalten von Vorträgen, dem gemeinsamen Lernen auf der Bude bis zum Fechten von Mensuren, sind jetzt unter einem Dach möglich. Unter diesen Voraussetzungen und mit Hilfe aller Alten Herren wird unsere Germania auch im kom­menden Jahrhundert ein fester Bestandteil des Rie­der Schülerlebens sein.

Weitere Informationen finden Sie auf der Heimseite der cSV! Germania zu Ried.

Kontakt:

E-Post Germania_Ried@yahoo.de
Heimseite www.germania-ried.at

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